Samstag, 04. Februar 2012
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Kultursenatorin Karin von Welck am Imshäuser Kreuz

"Haben nicht umsonst ihr Leben geopfert"

Zum Gedenken an das Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 versammelten sich am Dienstagabend wieder zahlreiche Menschen zu einer Feierstunde am Trottenkreuz in Imshausen.

Gedenkfeier mit Karin von Welck.

In der Gedenkrede beleuchtete in diesem Jahr die scheidende Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck das Leben und Wirken von Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz. Von Welck hatte am Sonntag zusammen mit Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust angekündigt, ihr Amt am 25. August aufzugeben.

Auch wenn sie ihren Plan, den unmenschlichen Diktator umzubringen und danach ein neues Deutschland aufzubauen, nicht verwirklichen konnten, hätten Adam von Trott und seine Freunde nicht umsonst ihr Leben geopfert und ihre Familien in Gefahr gebracht, sagte die 63-Jährige. Ihre Bereitschaft, für ihre Sache im Namen des Gewissens einzutreten und dabei auch schlimmste Folgen in Kauf zu nehmen, sei vorbildlich und habe die Maßstäbe des zivilgesellschaftlichen Handelns beeinflusst, erklärte von Welck.

"Auf Grundlage des eigenen Gewissens zu handeln und sich dabei auch gegen staatliche Ordnungen zu stellen, die als unmenschlich eingestuft werden, ist eine Errungenschaft, die als Grundwert der zivilgesellschaftlichen Orientierung in unsere Verfassung Eingang gefunden hat", sagte sie.

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de

Rede von Karin von Welck als PDF


Gedenkfeier am Kreuz

Kampf gegen die Verderber unserer Heimat

Die Gedenkfeier am Trottenkreuz in Imshausen ist seit 1984 gelebte Tradition und wird gemeinsam von der Stiftung Adam von Trott und dem SPD-Unterkreis Rotenburg veranstaltet. Vor 26 Jahren fand sie auf Initiative des damaligen Bebraer Bürgermeisters August Wilhelm Mende erstmals in Imshausen statt.

Steffen Müller, SPD-Unterkreis-Vorsitzender, betonte in seiner Begrüßung, dass die Erinnerung kein abgeschlossener Vorgang sei, sondern etwas höchst Lebendiges, das sich immer wieder – von Generation zu Generation – verändere. „Hingerichtet mit den Freunden im Kampfe gegen die Verderber unserer Heimat. Bittet für sie. Beherzigt ihr Beispiel.“ – so lautet die Inschrift auf dem Gedenkstein am Trottenkreuz.

Werte im Alltag leben

Ziel der Veranstaltung sei es, im Wissen um das Vermächtnis und die Verpflichtung nach Antworten zu suchen, „wie wir im Alltag diese Werte leben können“, sagte Müller.

Alle Beteiligten und deren Nachfahren betonten immer, keine Helden gewesen zu sein. „Sie wollten nicht als Helden bezeichnet werden, denn nichts ist gefährlicher als das Idealisieren der Protagonisten des Widerstands als besondere, außergewöhnliche Personen“, erklärte Müller. Dadurch bestehe die Gefahr, diese Akteure zu entrücken und sich darauf auszureden, dass der einfache Bürger nichts habe tun können.

Für die Stiftung Adam von Trott dankte deren Vorstandsvorsitzender Dr. Dr. Reinhard Höppner den Besuchern der Gedenkveranstaltung. Die Erinnerung erfahre durch das Zusammensein bei dieser Veranstaltung „gegenseitige Stärkung“, sagte er.

Mit ganzem Herzen dabei

Dr. Günther Burckhardt übermittelte die Grüße von Dr. Clarita von Trott, Adam von Trotts Witwe: „Ich soll ausrichten, sie ist mit ihrem ganzen Herzen und ihren Gedanken heute in der alten Heimat ihres Mannes bei uns.“ (pgo)

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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