Cornelia Schmalz-Jacobsen in Imshausen
Würdigung der stillen Retter
Von Ivonne Balduf
Es gab sie: couragierte Deutsche, die während des Nationalsozialismus jüdischen Mitbürgern das Leben retteten, indem sie sie beispielsweise in ihren Wohnungen versteckten. Um sie und um die spannenden Fragen, wer diese stillen Helden waren und warum sich Politik und Wissenschaft nicht intensiver mit ihnen beschäftigt haben, ging es bei den Imshäuser Gesprächen, die von Kurt Meyer moderiert und von Irina Davidova musikalisch untermalt wurden.
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Cornelia Schmalz-Jacobsen. |
Die Politikerin Cornelia Schmalz-Jacobsen stand als Zeitzeugin und Tochter eben solcher Retter den Gästen im Herrenhaus der Trott-Stiftung Rede und Antwort. Ihre Eltern Donata und Eberhard Helmrich hatten kompromisslos jüdischen Menschen Schutz und Zuflucht in ihrer Wohnung gewährt, ihnen zur Flucht verholfen und damit vielen das Leben gerettet.
Ihnen hat Schmalz-Jacobsen mit der Biografie "Zwei Bäume in Jerusalem" ein literarisches Denkmal gesetzt, aus dem sie in Imshausen einige Ausschnitte vortrug. Und die Anlass waren, sich gemeinsam mit dem Publikum eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. "Denn unsere Kinder sollten auch die gute Geschichte erben", fand Schmalz-Jacobsen.
Es sei ihr unverständlich, erklärte die Berlinerin, dass der Einsatz der Retter niemals eingehender gewürdigt worden sei. Kein anderes Bundesland habe etwa die Initiative des damaligen Berliner Innensenators Joachim Lipschitz übernommen, in deren Zuge in den 50er- und 60er-Jahren in Berlin 700 stille Retter geehrt wurden. Ebenso lehnte nach der Wende, so Schmalz-Jacobsen weiter, der damalige Bundesinnenminister ihren Vorschlag ab, in der ehemaligen DDR nach Rettern aus der Nazizeit zu suchen.
Das anständige Deutschlan
Als Teil des Widerstands seien die privaten Retter, darunter auch die Helmrichs, nie richtig gesehen worden. "Und sie haben sich selbst auch nicht so gesehen", berichtete Schmalz-Jacobsen über ihre Eltern. "Sie haben ihre Taten als ihren Beitrag zu einem anständigen Deutschland betrachtet."
Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de
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