Samstag, 04. Februar 2012
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Biographie in Daten

Adam von Trott zu Solz

1909

Am 9. August wird Adam von Trott zu Solz in Potsdam geboren. Er ist das fünfte von acht Kindern des damaligen brandenburgischen Oberpräsidenten August von Trott zu Solz und seiner Frau Eleonore, geborene von Schweinitz. Wenig später wird August von Trott preußischer Kulturminister im Kabinett Bethmann-Hollweg und die Familie siedelt nach Berlin über.

1917

Rücktritt des Kabinetts Bethmann-Hollweg und Umzug der Familie von Trott nach Kassel. Ab 1919 lebt die Familie auf dem Familiensitz in Imshausen. Adam von Trott besucht das Gymnasium in Kassel und wechselt 1923 nach Hannoversch-Münden.

1927

Mit 17 Jahren legt Adam von Trott zu Solz am Städtischen Gymnasium in Hannoversch-Münden das Abitur ab. Er beginnt in Göttingen das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften. Weitere Studiensemester führen ihn nach Berlin und München, ein Trimester verbringt er als Gaststudent am Oxforder Mansfield College.

1930

Adam von Trott legt in Göttingen das erste juristische Staatsexamen ab und beginnt sein Referendariat am Amtsgericht in Nentershausen.

1931

Mit seiner Dissertation „Hegels Staatsphilosophie und das internationale Recht“ erwirbt Adam von Trott den Doktortitel. Die Arbeit erscheint 1932 unter dem gleichen Titel als Druck im Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Als Stipendiat der Rhodes-Stiftung studiert Adam von Trott Politik, Philosophie und Ökonomie am Oxforder Balliol College. Aus dieser Zeit resultieren Freundschaften u.a. mit David Astor, Shiela Grant-Duff, Diana Hubback, Sir Stafford Cripps, Isaiah Berlin und A.L. Rowse. Als Mitglied verschiedener Clubs (u.a. Jowett-Society, Bryce-Club und Labour-Club) nimmt von Trott aktiven Anteil am akademischen Leben in Oxford. Sein Studium in Großbritannien schließt er mit dem Examen als Bachelor of Arts ab.

1933

Obwohl er dem Nationalsozialismus ablehnend gegenüber steht, entscheidet sich Adam von Trott bewusst dafür, nach Deutschland zurückzukehren.
Er setzt sein Referendariat mit Stationen in Rotenburg an der Fulda, Hanau, Kassel, Berlin, Hamburg, Jüterbog und wiederum Kassel fort. Weil er den Eintritt in die NSDAP oder eine andere nationsozialistische Organisation verweigert, wird seine Bewerbung als Regierungsreferendar abgelehnt.
Schon in dieser Zeit pflegt Adam von Trott Kontakte zu Regimegegnern, unter ihnen auch viele mit sozialistischem bzw. sozialdemokratischem Hintergrund.

1935

Adam von Trott gibt eine Auswahl politischer und journalistischer Schriften Heinrich von Kleists heraus, die im Potsdamer Protte-Verlag erscheint. Der von ihm verfasste Einleitungstext bezieht sich zwar vordergründig auf Kleist und die napoleonische Herrschaft, beim Lesen zwischen den Zeilen lassen sich jedoch auch Bezüge zur nationalsozialistischen Gegenwart herstellen, in der von Trott lebte.

1936

Adam von Trott legt das zweite juristische Staatsexamen ab.

1937

Adam von Trott bricht zu einem Studienaufenthalt nach China auf, für das er wiederum ein Stipendium der Rhodes-Stiftung erhalten hatte. Seine Reise führt ihn über Paris, England, die USA und Kanada durch verschiedene chinesische Provinzen nach Peking. Hier will er sich mit der konfuzianischen Staatsidee beschäftigen. Erschwert wird dieser Aufenthalt durch den inzwischen ausgebrochenen Krieg zwischen Japan und China. Trotz der instabilen politischen Situation unternimmt er mehrere Reisen innerhalb Chinas, nach Japan, in die Mandschurei sowie nach Hongkong und Shanghai.

1938

Nach dem Tod seines Vaters bricht Adam von Trott seinen China-Aufenthalt vorzeitig ab und kehrt nach Imshausen zurück.

1939

Das Jahr 1939 ist für Adam von Trott durch die Fortsetzung der Suche nach einer beruflichen Perspektive geprägt. Im Juni 1939 reist er nach England, um dort den Versuch zu unternehmen, den drohenden Kriegsausbruch zu verhindern oder gar zu verzögern. Durch die Vermittlung britischer Freunde (vor allem der Astors) gelingt es ihm, bis zu Außenminister Lord Halifax und zu Premierminister Neville Chamberlain vorzudringen, dennoch ist seine Initiative nicht von Erfolg gekrönt.
Im Oktober reist von Trott auf Einladung des Institute for Pacific Relations und mit Genehmigung des Auswärtigen Amtes in die USA und verbringt dort mehrere Monate. Adam von Trott versucht dabei, seine Gesprächspartner davon zu überzeugen, dass es in Deutschland eine Opposition, ein „anderes Deutschland“ gebe. Diese müsse, auch durch die Unterstützung von amerikanischer Seite, gestärkt werden, damit Deutschland wieder zum Rechtsstaat gemacht werden könne.

1940

Über Japan, China und Russland kehrt Adam von Trott nach Deutschland zurück. Nachdem er sich von einer längeren Krankheit erholt hat, entscheidet er sich dafür, eine Stelle in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes anzutreten. Um diese Möglichkeit wahrnehmen zu können, tritt er gleichzeitig in die NSDAP ein.
Im Juni 1940 heiratet Adam von Trott Clarita Tiefenbacher.

1941

Adam von Trott arbeitet als Wissenschaftlicher Hilfarbeiter in der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes. Er ist Referent für Ostasien und Amerika und Leiter des Sonderreferats Indien, das unter anderem für die Betreuung des indischen Exilpolitikers Subhas Chandra Bose zuständig ist.
Seine offizielle Tätigkeit dient ihm gleichzeitig als Tarnung für seine inoffiziellen Aktivitäten. So kann er zahlreiche Reisen ins neutrale und besetzte Ausland unternehmen (u.a. nach Schweden, in die Schweiz, in die Türkei, nach Belgien und in die Niederlande).
Auf seinen Reisen sucht er nach Verbindungen zu Vertretern der alliierten Mächte (v.a. zu Großbritannien und den USA, aber auch zur Sowjetunion. Weil die Alliierten jedoch auf einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands als Voraussetzung für die Beendigung des Krieges bestehen, kommt eine Zusammenarbeit zwischen ihnen und deutschen Widerstandsgruppen nicht zustande.
Zusammen mit Helmuth James Graf Moltke, Peter Graf York von Wartenberg und anderen arbeitet von Trott im „Kreisauer Kreis“ mit, der konkrete Pläne für eine umfassende Neuordnung Deutschlands nach dem Ende des Nationalsozialismus entwickelte. Die meisten der Treffen finden in der Berliner Wohnung Peter Graf Yorck von Wartenbergs in der Hortensienstraße statt. Im schlesischen Kreisau finden 1942 und 1943 insgesamt drei Tagungen statt. Adam von Trott nimmt an der dritten Kreisauer Tagung teil, die im Juni 1943 stattfindet und referiert dort über außenpolitische Fragen. Dabei spricht er sich für die Integration Deutschlands in eine zu gründende europäische Föderation aus.

1942 und 1943

Geburt der Töchter Verena (1942) und Clarita (1943). 1943 wird Adam von Trott zunächst zum Legationssekretär, im November des selben Jahres dann zum Legationsrat im Auswärtigen Amt befördert.

1944

Adam von Trott freundet sich mit Claus Schenk Graf von Staufenberg an. Nach der Verhaftung Moltkes und Julius Lebers, der ebenfalls dem Kreisauer Kreis angehört hatte, beteiligt er sich an den Vorbereitungen zu einem Attentat auf Adolf Hitler. Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 wird seine Verbindung zu Staufenberg aufgedeckt.
Am 25. Juli 1944 wird Adam von Trott verhaftet. Der Volksgerichtshof unter Vorsitz von Roland Freisler verurteilt ihn am 15. August zum Tode.
Am 26. August wird Adam von Trott im Alter von 35 Jahren in Berlin-Plötzensee hingerichtet.


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