Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Freitag, 16. März 2018, 19 Uhr | Imshäuser Gespräch

Über die Auseinandersetzung mit rechtem und rassistischem Denken und Handeln heute

Mit Rechten reden?

Gespräch mit
Anne Mehrer
Politikwissenschaftlerin / Mobile Beraterin bei miteinander e.V. (Halle/Saale)
Herrenhaus im Trottenpark

Sarrazin, PEGIDA, AfD, Neue Rechte und Identitäre Bewegung. Ein gesellschaftlicher Rechtsruck bestimmt mehr und mehr die politische Kultur der Bundesrepublik. Die Erfolge der AfD bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 in Ost und West lassen uns ratlos zurück. Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte ist eine mehrheitlich völkische und nationalistische Partei mit 92 Mandatsträger_innen im Bundestag vertreten. Sie alle sind Stichwortgeber einer Renaissance rechter Gesellschaftsentwürfe. Viele der erkämpften Werte scheinen nun wieder verhandelbar.

Aber wie können wir diesen Rechtsruck stoppen?

Die eingeübte Praxis der Demokrat_innen, sich von extrem Rechten abzugrenzen und deutlich „Kante“ zu zeigen, scheint an Ihre Grenze zu geraten. Rechte Akteure inszenieren sich als Opfer und führen stets die Verteidigung der Meinungsfreiheit an. Auf Seiten der Demokrat_innen: Ratloses Schweigen, stille Zustimmung oder der stete Appell, den Dialog zu suchen. Die Folgen: Rechte Wortführer erhalten mehr und mehr Raum, ihre antidemokratischen Gesellschaftsentwürfe öffentlich zu präsentieren – als legitime Meinungsäußerung. Müssen wir das aushalten? Ist das der richtige Weg der Auseinandersetzung?

Die Referentin gibt einen Einblick in aktuelle Entwicklungen rechter Akteure und Strukturen und vermittelt Impulse zu folgenden Fragestellungen:

• Was sind gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die rechtes Denken salonfähig macht.
• Welche Ursachen haben die Wahlerfolge der AfD in Ost und West?
• Wie kann ein angemessener Umgang aussehen?

Zur Person

Anne Mehrer, MA. studierte Kultur- und Politikwissenschaften an den Universitäten Leipzig und Wroclaw/Polen. Sie ist seit 2007 beim Verein Miteinander e.V. – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Halle (Saale) tätig. Hier arbeitet sie gemeinsam mit ihren Kollegen als Beraterin gegen Rechtsextremismus im südlichen Sachsen-Anhalt. Sie unterstützt vertraulich und aufsuchend Einzelpersonen, Bürgerbündnisse und Kommunalverwaltungen in der Auseinandersetzung mit rechten und rassistischen Strukturen und Aktivitäten.

Vor diesem Erfahrungshintergrund beschäftigt sie sich zudem mit Kontinuitäten und Brüchen von Rassismus und Autoritarismus in der DDR bis heute sowie Erinnerungspolitik um die „Friedliche Revolution“.

Anne Mehrer hat im Juli 2016 auf Einladung des US-Konsulats Leipzig am IVLP (International Visitors Leadership Program) teilgenommen und sich zu den Themen Migration und Rassismus mit Vertreter_innen von Politik und Zivilgesellschaft in vier US-Bundesstaaten ausgetauscht.

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns.


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Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.