Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Freitag, 24. März 2017, 19.00 Uhr | Imshäuser Gespräch

Frauenrechte, Religion und völkischer Nationalismus – ein Widerspruch?

Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff

Vortrag und Gespräch mit
Dr. Annika Spilker
Kulturwissenschaftlerin/Historikerin (Eschwege)
Visser't Hooft-Haus im Trottenpark Imshausen

Die Themen des Feminismus wurden und werden immer wieder von den unterschiedlichsten politischen Strömungen aufgegriffen. Das wird auch gegenwärtig in vielen rechtsnationalen und rechtspopulistischen Bewegungen, aber auch in manchen Zusammenschlüssen im extrem linken Spektrum deutlich. Wie weit die Querverbindungen schon im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts reichten, lässt sich am Beispiel Mathilde von Kemnitz-Ludendorffs (1877-1966) eindrücklich zeigen. Auf den ersten Blick scheint das Streben nach Frauenrechten im Widerspruch zu den vordergründig traditionellen Frauenbildern der nationalen und völkischen Bewegungen zu stehen. Schaut man genauer hin, zeigen sich jedoch an manchen Stellen unvermutete Anknüpfungspunkte.

Mathilde von Kemnitz-Ludendorff war eine der umstrittensten Figuren der Weimarer Republik. Bedeutung erlangte die promovierte Ärztin und antisemitische Publizistin als führende Vertreterin eines völkischen Feminismus. Um 1923/24 stand sie der nationalsozialistischen Bewegung sehr nahe. Gemeinsam mit ihrem dritten Ehemann, dem General a.D. Erich Ludendorff, führte sie den nationalistischen „Tannenbergbund“ und gründete den völkisch-religiösen Verein „Deutschvolk“.

So manche aktuelle Entwicklungen lassen sich nur mit Blick auf die weitverzweigten Such-, Erneuerungs-, und Reformbewegungen seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert verstehen, die auch das völkische Denken in der Zwischenkriegszeit entscheidend prägten. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Beschäftigung mit Biografien wie der von Mathilde von Kemnitz-Ludendorff eine völlig neue Aktualität. Nachfolgeorganisationen der „Ludendorff-Bewegung“, wie der rechtsextreme „Bund für Gotterkenntnis“, bestehen heute noch.

Zur Person

Dr. Annika Spilker studierte Volkskunde, Geschichte und Sozialpsychologie in Düsseldorf und Göttingen, Promotion (Geschichte) 2012 an der Universität Kassel. Ihre Dissertation über Mathilde von Kemnitz-Ludendorff erschien 2013 unter dem Titel „Geschlecht, Religion und völkischer Nationalismus: Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff (1877-1966)“ im Campus-Verlag (Reihe „Geschichte und Geschlechter“). Dr. Annika Spilker ist seit 2016 Leiterin des Eschweger Stadtarchivs und Stadtmuseums.

Wir laden Sie herzlich ein. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen wir uns.


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Imshäuser Gespräche

'Imshäuser Gespräche' sind eine öffentliche Veranstaltungsreihe der Stiftung, bei der in etwa monatlicher Folge aktuelle Themen und Fragestellungen aus Gesellschaft, Politik, Wissenschaft oder Ökumene in einer Abendveranstaltung erörtert werden.
Dazu lädt die Stiftung kompetente Personen als Referentinnen/ Referenten ein. Einem einführenden Vortrag folgt jeweils eine ausführliche Aussprache.
Innerhalb kurzer Zeit haben sich die 'Imshäuser Gespräche' zu einem beachteten und anerkannten Forum der politischen Auseinandersetzung und Meinungsbildung in der Region Nordosthessens entwickelt.



Freitag, 24. März 2017, 19.00 Uhr | Imshäuser Gespräch
Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff
Vortrag und Gespräch mit
Dr. Annika Spilker
Historikerin (Eschwege)
Visser't Hooft-Haus im Trottenpark Imshausen

Freitag, 07. April 2017, 19.00 Uhr | Imshäuser Gespräch
Nabelschau der Historikerzunft oder Streit um ein neues Selbstverständnis der deutschen Gesellschaft?
Vortrag und Gespräch mit
Dr. Gerrit Dworok
Historiker (Würzburg)
Herrenhaus Imshausen