Stiftung Adam von Trott | Imshausen e.V.
 


Fünf Millionen Euro Fördergeld vom Bund

Trott-Stiftung plant Anbau und Sanierung

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Die Stiftung Adam von Trott Imshausen hat große Pläne: Innerhalb der nächsten fünf Jahre stehen fünf Millionen Euro Fördergeld vom Bund zur Verfügung. Nachdem nun auch ein drittes Haus dauerhaft von der Stiftung genutzt werden kann – neben dem Herrenhaus und dem sogenannten Visser ‘t Hooft Haus der Westflügel –, plant man dort einen gläsernen Anbau. Auf der Rückseite des Westflügels soll damit ein größerer Versammlungsraum für mindestens 80 Personen geschaffen werden. Außerdem sollen in dem derzeit leerstehenden Haus Gruppenräume und Zimmer mit Bädern entstehen. Die Pläne stellte kürzlich in einer öffentlichen Veranstaltung nach der Jahresversammlung des Stiftungsvereins der Architekt Max von Trott vor.

Erheblich vergrößert hat sich auch das zur Verfügung stehende Areal um eine bisher als Weide und Garten genutzte Fläche, die künftig teilweise als Park dienen soll. Im Foyer des Herrenhauses ist eine Dauerausstellung über den Widerstandskämpfer Adam von Trott geplant. Die Eingangshalle im Herrenhaus wird bislang als Versammlungsraum genutzt, kann aber nur über einen Seiteneingang erreicht werden. Zum Beginn der Bauarbeiten konnte der Vorsitzende, Prof. Roland Merten, noch keine genaueren Angaben machen. Derzeit sei man zunächst mit technischen Fragen befasst.

Der Architekt Max von Trott stellte die Umbaupläne vor.

Alles muss möglich sein.“ Das sagte der Architekt Max von Trott zu Solz (Eisenach) während der Vorstellung der Pläne für das Gebäudeensemble der Stiftung Adam von Trott in Imshausen. Er bezog sich dabei auf die Inhalte, die an dem historischen Ort thematisiert werden: Das Spektrum reicht von Europa über Geschichtliches, Flüchtlinge und Migration bis zu religiösen Themen.

Dem Architekten, Patensohn von Adams Frau Clarita, war es wichtig, zunächst eindringlich auf den Geist hinzuweisen, den das Haus und der Ort atmen und der nicht zerstört werden dürfe: Den Geist des Dienens, des einfachen Lebens, des Dorfes ebenso wie der Verbindung in die Welt, der Demut, der Liebe Gottes und der Schöpfung, des Friedens. Max von Trott sprach von Erneuerung nach der Krise in den vergangenen Jahren und stellte erst dann die baulichen Pläne vor. Sie sind das Ergebnis einer Planungskonferenz mit allen Beteiligten im Februar, an der die Nachbarn ebenso wie die Präsidentin der Göttinger Universität, Prof. Ulrike Beisiegel, teilgenommen haben.

Der Westflügel diente nach Angaben von Geschäftsführerin Ute Janßen ursprünglich als Kutscherhaus und Remise, später war er das Haus der Baronessen, Arztpraxis und Wohnhaus. In den vergangenen beiden Jahren war der Westflügel unbewohnt, wurde nun an ein Mitglied der Familie von Trott verkauft und der Stiftung zur Nutzung überlassen. Mit den zur Verfügung stehenden fünf Millionen Euro bis 2021 soll laut Max von Trott zuerst der Westflügel saniert werden.

Geplant ist rückseitig ein gläserner Saalanbau im Stil einer Laube für 80 oder mehr Personen, Kaminzimmer, Bibliothek, Küche und Vorratsräume sowie Doppelzimmer (17 Betten) mit Bädern.

Es soll jedoch auch künftig in Imshausen keine Luxusheberge entstehen. Die Zimmerausstattung bleibt einfach und schlicht, aber W-Lan soll es künftig geben. Die Verpflegung soll über Catering laufen oder es wird selbst gekocht.

Das Herrenhaus soll teilsaniert und barrierefrei gestaltet sowie brandschutztechnisch aufgerüstet werden. Dazu sehen die Planungen auch ein zweites Treppenhaus und einen Aufzug im Herrenhaus vor, einige Zimmer erhalten eigene Bäder – alles unter dem Vorbehalt, dass das Geld ausreicht.

Auch die Heizkreise sollen erneuert werden, ein Blockheizkraftwerk ist geplant, ferner sind Dämmarbeiten, Dachsanierung und einige neue Fenster vorgesehen.

Außerdem stehen der Stiftung nun auch mehr Flächen zur Verfügung, die bisher als Garten oder Weide genutzt worden waren. Sie sollen später die Parkfläche vergrößern, an der Straße sind 20 Stellplätze geplant, womit man einem Wunsch der Nachbarn nachkommt. Ziel ist es zudem, dass ein weiteres Haus auf dem Gelände als Wohnhaus genutzt wird, damit nachts jemand anwesend ist – auch das ein Anliegen der Nachbarschaft.

Ein besonderes Anliegen der Stiftung ist es, die Aura der Häuser zu erhalten, da die Generation, die die Zeit von Adam von Trott noch erlebt habe, bald nicht mehr da sei, erklärte Merten.

In den Anfängen steckt auch eine Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen, sagte Geschäftsführerin Ute Janßen. Die vom Bund zugesagten fünf Millionen Euro dienten sowohl der Renovierung des Gebäudeensembles als auch der inhaltlichen Arbeit mit der Universität.

Unabhängig vom Fördergeld, das nicht für das Tagesgeschäft eingesetzt werden kann, steht die Stiftung immer wieder finanziell unter Druck. Nach Angaben des Vorsitzenden, Prof. Roland Merten, sind deshalb Umstrukturierungen geplant. So soll es keine eigene Geschäftsführung mehr geben, vielmehr möchte man ab Januar eine Bildungsreferentin oder einen Referenten beschäftigen. Näheres konnte er dazu noch nicht mitteilen.

Dieser Artikel ist erschienen in der HNA Rotenburg | www.hna.de


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Montag, 06. November 2017, 19 Uhr | Trott Lecture
Eine europäische Aufgabe
Vorlesung von
Marianne Birthler
Ehem. Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik


Dienstag, 14. Novermber 2017, 19 Uhr | Imshäuser Gespräch
Nach der Bundestagswahl diskutieren wir über Hintergründe, neue Herausforderungen und Aufgaben
Gespräch und Diskussion mit
Dr. Monika Hölscher, Hessische Landeszentrale für politische Bildung (Wiesbaden)
Dr. Gunnar Richter, Leiter der Gedenkstätte Breitenau und Sprecher der Hessischen Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten (Guxhagen)
Ludger Arnold, Pädagogischer Leiter der Adam-von-Trott-Schule Sontra
Visser ’t Hooft-Haus im Trottenpark, Imshausen